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Resilience Index 2017: Cyber-Bedrohungen und Naturkatastrophen gefährden die Resilienz von Unternehmen

Datenbasiertes Tool erhält drei neue Treiber zur Resilienz-Bewertung / Schweiz bleibt die Nummer 1 / Haiti wird Schlusslicht / Deutschland ist in den Top 5

FRANKFURT AM MAIN / JOHNSTON, R.I., USA. – Eine robuste Geschäftsleistung ist von der Resilienz des Unternehmens sowie der Resilienz der Lieferkette abhängig. Risiken wie Cyber-Bedrohungen, Naturkatastrophen oder politische Unruhen können jedoch die betriebliche Widerstandsfähigkeit gefährden und zu Betriebsunterbrechungen führen.

Diese genannten Gefahren sowie weitere Bedrohungen spiegeln sich im FM Global Resilience Index 2017 wider, dem ersten datenbasierten und interaktiven Tool, das 130 Länder und Territorien nach der Resilienz ihrer Unternehmen gegenüber unvorhersehbaren Ereignissen einstuft. „Der FM Global Resilience Index dient Führungskräften als eine erste Orientierungshilfe. Sie können ihn zum Beispiel heranziehen, wenn sie Entscheidungen über neue Produktionsstandorte treffen müssen“, sagt Achim Hillgraf, Hauptbevollmächtigter von FM Global in Deutschland.

Der FM Global Resilience Index besteht aus drei Faktoren (Wirtschaft, Risikoqualität und Lieferkette), die sich in weitere Treiber unterteilen. In seiner vierten Ausgabe wurde der renommierte Index um drei Treiber ergänzt. „Damit berücksichtigen wir wachsende Bedrohungen, die langfristige negative Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg haben können“, erklärt Hillgraf.

Bei den neuen drei Treibern handelt es sich um:

  • Inhärentes Cyber-Risiko – Bewertet die Anfälligkeit eines Landes gegenüber Cyber-Angriffen und seine Fähigkeit, diese abzuwehren.
  • Grad der Urbanisierung – Stellvertretend für Belastungen (der Wasser- und Stromversorgung sowie sonstiger Infrastruktur), die durch Naturkatastrophen wie Unwetter, Überschwemmung oder Erdbeben verschärft würden.
  • Transparenz der Lieferkette – Bildet die Nachverfolgbarkeit von Gütern über die Lieferkette eines Landes hinweg ab.

 

Die wichtigsten Ergebnisse

Während die Schweiz aufgrund der guten Bewertungen für die Qualität der Infrastruktur, die politische Stabilität, die Qualität der lokalen Zulieferer sowie den Umfang der Korruptionskontrolle ihre Führungsposition im Ranking behält, bildet Haiti das Schlusslicht. Zu den Gründen zählt hierfür unter anderem die Bedrohungen durch Naturkatastrophen.

Luxemburg ist zum Teil wegen seiner verringerten Öl-Abhängigkeit hinsichtlich der wirtschaftlichen Produktivität schrittweise vom achten Platz im Jahr 2013 auf den zweiten Platz im Jahr 2017 aufgestiegen. Dies spiegelt die anhaltend große Bedeutung des Dienstleistungssektors wider. Aufgrund eines starken Finanzsektors, eines Netzes an Dienstleistern und seiner attraktiven, geschäftsfreundlichen Regulierungen genießt Luxemburg einen guten Ruf. Das Land ist gut aufgestellt, um vom „Brexit“ zu profitieren. Finanzinstitute könnten nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union in Luxemburg einen neuen Standort finden.

Deutschland belegt im Resilience Index 2017 den fünften Platz. Dies ist unter anderem auf die gute Nachverfolgbarkeit der Transportwege von Bauteilen, Komponenten oder Produkten zurückzuführen.

Inhärentes Cyber-Risiko kann einen enormen Einfluss auf die Resilienz von Unternehmen haben und ist als Treiber in diesem Jahr neu zum Resilience Index 2017 hinzugefügt worden. Hier wird sowohl die Anfälligkeit eines Landes für einen Cyber-Angriff als auch seine Fähigkeit, sich von einem solchen Angriff zu erholen, betrachtet. Eine schlechte Cyber-Risiko Bewertung erhalten im Allgemeinen Länder, die eine hohe Internetverbreitung, jedoch eine schwache Gesetzgebung und Handhabung bezüglich Cyber-Straftaten verzeichnen. Die Länder des Nahen Ostens sind einem besonders hohen Cyber-Risiko ausgesetzt. Im Ranking für das inhärente Cyber-Risiko befinden sich die folgenden vier Länder im unteren Bereich: Saudi-Arabien (Platz 56), Bahrain (Platz 44), Vereinigte Arabische Emirate (Platz 32) und Katar (Platz 13).

Auszug aus dem Gesamtranking:

Resilienz von Unternehmen gegenüber
unvorhergesehenen Ereignissen

 
  Ranking unter 130 Ländern und Territorien
Schweiz 1
Luxemburg 2
Schweden 3
Österreich 4
Deutschland 5
Tschad 126
Äthopien 127
Nepal 128
Venezuela 129
Haiti 130

 

Was ist der Resilience Index?

Der FM Global Resilience Index ist das erste und einzige datenbasierte Tool, das 130 Länder und Territorien nach der Resilienz ihrer Unternehmen gegenüber unvorhersehbaren Ereignissen einstuft. Dazu werden zwölf Treiber, die sich auf die Widerstandsfähigkeit von globalen Lieferketten auswirken, zu drei Faktoren zusammengefasst – Wirtschaft, Risikoqualität und die Lieferkette selbst – und mit einer Punkteskala von 0 bis 100 gewertet. Die drei Treiber zur Bewertung des Wirtschaftsfaktors umfassen das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, das politische Risiko, die Urbanisierung sowie die Ölintensität, die die Anfälligkeit eines Landes bei Veränderungen des Ölpreises und der Ölversorgung beschreibt. Der Faktor Risikoqualität setzt sich zusammen aus den vorherrschenden Elementarrisiken, der Qualität des Risikomanagements bei Elementar- und Brandrisiken in den einzelnen Ländern sowie dem inhärenten Cyber-Risiko. Der Faktor Lieferkette bestimmt sich durch den Umfang der Korruptionskontrolle in einem Land, die Transparenz der Lieferkette und die Qualität der Infrastruktur sowie der lokalen Zulieferer.

Benutzer können Platzierungen und Bewertungen von Ländern nach Jahren oder anhand beliebiger Bewertungskriterien online gegenüberstellen. Der Index beruht auf geprüften Daten von Quellen wie dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, dem Weltwirtschaftsforum, der U.S. Energy Information Administration (EIA), den United Nations, dem Freedom House und der FM Global-Datenbank RiskMark mit mehr als 100.000 versicherten Standorten.

Der Resilience Index wurde für FM Global von Pentland Analytics erstellt. Die Quellen, die Methodik, die Grafiken und die Videos zum Index sind hier zu finden.

Wozu benötigen Entscheider den Resilience Index?

Der online verfügbare und interaktive FM Global Resilience Index fasst Daten von autorisierten Quellen in einem dynamischen Tool zusammen. Der Index liefert Erkenntnisse über Risiken und Wege zur Stärkung von globalen Lieferketten und dient als Diskussionsgrundlage für Entscheider bei ihren Geschäftsstrategien in folgenden Bereichen: Beurteilung der Resilienz von Standorten gegenüber unvorhersehbaren Ereignissen, Entscheidungen bei der Standortauswahl, Auswahl von Zulieferern, Evaluierung der bestehenden globalen Lieferketten und der Anfälligkeit von Kunden.

Der Link zum interaktiven Resilience Index Online-Tool: www.fmglobal.com/resilienceindex

Weitere Informationen rund um den Resilience Index liefern folgende, dieser Pressemitteilung beigefügten Dokumente:

• der komplette Resilience Index Report mit allen Ergebnissen für 2017
• das Executive Summary mit den wichtigsten Ergebnissen, der Methodik und zentralen Schlussfolgerungen

FM Global

FM Global (www.fmglobal.de) ist ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit einem Bruttoprämienbestand von 5,4 Milliarden US-Dollar. Seit über 180 Jahren bietet FM Global Industrieunternehmen kosteneffiziente Sachversicherungskonzepte und Engineering Solutions, die darauf ausgerichtet sind, die betriebsspezifischen Risiken des Kunden zu minimieren und Schäden zu vermeiden. Über seinen Standort in Frankfurt am Main betreut FM Global seine deutschen Industriekunden sowie weitere internationale Großkunden mit Niederlassungen in Deutschland.