FM Global Resilience Index 2021: Dänemark verdrängt Norwegen von Platz 1 – Deutschland weiterhin auf Platz 4

Weltweiter Index beleuchtet Stellenwert geschäftlicher Resilienz im Ausnahmejahr 2020

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Das Thema Resilienz hat im vergangenen Jahr vor dem Hintergrund unterbrochener Lieferketten, politischer Spannungen und Klimarisiken für viele multinationale Unternehmen wesentlich an Bedeutung zugenommen. Einige Länder, unter anderem Dänemark, profitieren von deutlich höherer Resilienz als andere. So ist Dänemark neuer Spitzenreiter des kürzlich veröffentlichten FM Global Resilience Index 2021, der Länder und Regionen weltweit nach der Resilienz ihres Geschäftsumfeldes einstuft. Damit klettert das skandinavische Land vom dritten Platz erstmalig an die Spitze des Index und verdrängt Norwegen, das in den vergangenen Jahren den Index anführte, auf Platz 2.

Europa stellt seine Resilienz erneut unter Beweis. So sind unter den zehn Ländern mit den höchsten Index-Ratings neun europäische Staaten vertreten. Deutschland nimmt weiterhin den vierten Platz ein, wohingegen die Schweiz von Platz 2 auf Platz 5 fällt. Österreich befindet sich unverändert auf dem achten Platz.

Der interaktive Index steht online zur Verfügung und basiert auf umfassenden Daten für 130 Länder und Regionen. Die entsprechenden Informationen können kostenfrei heruntergeladen und in eine Vielzahl von Geschäftsprozessen integriert werden. FM Global, einer der weltweit größten Industriesachversicherer, zeichnet mit seinem Index ein ganzheitliches Bild. Auf Grundlage von zwölf objektiven Faktoren der Bereiche Wirtschaft, Risikoqualität und Lieferkette wird die wirtschaftliche Resilienz der bewerteten Länder und Regionen eingestuft.

Mithilfe dieser Daten können Führungskräfte geschäftliche Tätigkeiten aufbauen und multinationale Unternehmen auf Grundlage fundierter Entscheidungen hinsichtlich Standortwahl, Kooperationen und geografischer Märkte gezielt beurteilen und leiten.

„In den vergangenen Jahren setzten zahlreiche global tätige Unternehmen vorrangig auf Wirtschaftlichkeit, Tempo und kurzfristige Gewinne“, so Eric Jones, Vice President, Global Manager, Business Risk Consulting bei FM Global. „Das Ausnahmejahr 2020 führte der Welt vor Augen, dass es vielmehr auf Qualitäten wie Resilienz ankommt, um sich von Lockdowns, Demonstrationen und klimabedingten Geschäftsunterbrechungen zu erholen oder den Betrieb während dieser Zeit sogar fortzuführen. Tatsächlich hat sich der Faktor Resilienz schon immerauf den Gesamtwert eines Unternehmens ausgewirkt. Die Ereignisse des vergangenen Jahres betonen dies erneut in aller Deutlichkeit.“

Spitzenreiter, Schlusslichter, Gewinner und Verlierer

Spitzenreiter Dänemark ist bekannt für seine hohe Lebensqualität, hervorragenden Bildungsstandards sowie für das hohe Niveau der Gesundheitsversorgung und Einkommensgleichheit. In der diesjährigen Einstufung zeigt sich aufgrund einer Verbesserung in den Bereichen Produktivität, Risikoqualität Brandrisiken und Abhängigkeit von Erdöl (wodurch die Anfälligkeit für Ölschocks abgebildet wird) eine erhöhte Resilienz des Landes. Auch Luxemburg gehört mit Platz 3 zu den Ländern mit der höchsten Geschäftsresilienz. Damit zählen insgesamt neun Staaten Westeuropas zu den zehn führenden Ländern des diesjährigen FM Global Resilience Index. Allein die Zentralstaaten der USA bilden die Ausnahme, belegen wie im Vorjahr Platz 9 und schaffen es somit ebenfalls unter die zehn Länder und Regionen mit den
höchsten Index-Platzierungen.

Die Ukraine erreichte mit einem Aufstieg von Platz 84 auf Position 63 die größte Resilienzverbesserung in Bezug auf mehrere Faktoren, darunter Produktivität, Abhängigkeit von Erdöl, Elementarrisiken, inhärente Cyberrisiken und Korruptionskontrolle.

Größter Verlierer der diesjährigen Einstufung ist der Oman, der aufgrund einer Verschlechterung in den Bereichen Produktivität und Abhängigkeit von Erdöl von Platz 57 auf Rang 69 rutscht. Hätte der Oman keine verbesserte Bewertung im Bereich Elementarrisiken erzielen können, die mit neuen prägnanten Daten in Bezug auf Erdbebenrisiken einherging, hätte das Land eine deutlichere Gesamtverschlechterung verzeichnen müssen.

Aufgrund einer Verbesserung des Faktors Politische Risiken, die sich durch die Wahl einer Mehrheitsregierung mit einer breiten politischen Unterstützung sowie durch die Finalisierung des Brexits manifestiert, ist das Vereinigte Königreich mit Platz 10 wieder unter den führenden zehn Ländern vertreten. Die Gesamtresilienz des Landes verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze.

Die Region USA 1 (östliche und südöstliche Regionen der Vereinigten Staaten) verschlechterte sich in der diesjährigen Einstufung um sieben Plätze und nimmt damit Platz 17 ein. Diese Entwicklung spiegelt eine von zwei signifikanten Änderungen wider. Auf Grundlage neuer prägnanter Erdbebendaten verzeichnete diese Region erstens eine Verschlechterung um neun Plätze in der Kategorie Risikoqualität Elementarrisken; zudem sank die landesweite Einstufung im Bereich Politische Risiken von Platz 41 auf Platz 50. Es ist anzunehmen, dass diese Entwicklung in Zusammenhang mit einer verstärkten politischen Frustration der Bevölkerung und einer Zunahme der aufgetretenen Konflikte in Verbindung mit sozialer Gerechtigkeit steht.

Der Iran gehört erstmalig zu den drei letztplatzierten Ländern. Diese Einstufung wird durch die Abnahme der Produktivität um 14 Plätze und eine Verschlechterung im Bereich Politische Risiken um sieben Plätze bedingt. Auch Venezuela auf dem vorletzten und Haiti auf dem letzten Platz gehören zu den Schlusslichtern des Index.

Die Einstufung der Region China 1 (östlicher Teil des Landes) verringerte sich insgesamt um neun Plätze (von 68 auf 77). Dies steht in Verbindung mit einer Verschlechterung der Region um 19 Plätze aufgrund der gemessenen Abhängigkeit von Erdöl und der um sechs Plätze gefallenen Bewertung des Faktors Korruptionskontrolle. Mit einer gesunkenen Platzierung um sechs Plätze nimmt die Region China 3 (Zentralchina und westlicher Teil) in diesem Jahr Platz 71 (zuvor Platz 65) ein. Diese Bewertung steht in Zusammenhang mit der um neun Positionen verschlechterten Einstufung in der Kategorie Elementarrisiken.

Klimarisiken

Nach Erkenntnissen von FM Global zeigen sich multinationale Unternehmen verstärkt beunruhigt in Bezug auf Risiken, die durch den Klimawandel bedingt werden. So mussten sich zahlreiche Unternehmen weltweit den Auswirkungen von verheerenden Überschwemmungen, Waldbränden, Niederschlägen und Stürmen stellen.


Elementarrisiken stellen hierbei eines von mehreren klimabezogenen Kriterien zur Bewertung der Resilienz im Rahmen des Index dar, das häufig durch das sehr greifbare Hochwasserrisiko geprägt wird. Die Risikoqualität Elementarrisiken stellt diesbezüglich einen eng verbundenen Faktor dar. Dieses Element gibt Aufschluss darüber, wie effizient ein Land die Gefahren in Verbindung mit Elementarrisiken senken kann. Ein drittes Kriterium zur Bewertung von Klimarisiken stellt die Urbanisierungsrate dar. Je höher der Urbanisierungsgrad einer Region ist, umso gefährdeter sind Unternehmens- und Sachwerte während eines Klimaereignisses. Darüber hinaus gibt auch die Qualität der Transport- und Versorgungsinfrastruktur wichtige Aufschlüsse über die Resilienz eines Landes hinsichtlich extremer Witterungsverhältnisse.

„Klimarisiken zählen zu den Anliegen, die Unternehmen dazu bewegen, bei strategischen Entscheidungen auf unseren Index zurückzugreifen“, erklärt Jones. „Ganz gleich, welche Aspekte ein Unternehmen in einem beliebigen Gebiet der Welt beschäftigen, Resilienz ist direkt mit dem Ziel verbunden, Umsätze, Marktanteile, Expansionsmöglichkeiten und den Gesamtwert eines Unternehmens zu sichern. Der Index kann bei der Verfolgung dieser Interessen ein wesentliches Tool darstellen.“


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